
Weltliche musikalische Pendants des Weihnachtsoratoriums mit Martin Haselböck als Gastdirigenten: Bachs 4. Orchestersuite und die beiden Drammi per musica BWV 214 und 213
Bachwoche Stuttgart
Samstag, 20. Februar 2010 | 19:00 Uhr
Liederhalle Stuttgart | Hegel-Saal
Eröffnungskonzert
Johann Sebastian Bach
Orchestersuite Nr. 4 D-Dur BWV 1069
Dramma per Musica "Tönet, ihr Pauken! Erschallet Trompeten" BWV 214
Dramma per Musica "Herkules auf dem Scheidewege" BWV 213
Dominique Labelle, Sopran
Carlos Mena, Altus
Bernhard Berchtold, Tenor
Florian Boesch, Bass
Gächinger Kantorei & Bach-Collegium Stuttgart
Martin Haselböck, Leitung
Die Mehrzahl der Arien und Chorsätze des Weihnachtsoratoriums entstammt zuvor entstandenen, weltlichen Kantaten Johann Sebastian Bachs und wurde mit einem neuen Text versehen. Dieses "Parodieverfahren" hat vor allem die Nachwelt irritiert. Man darf aber den Begriff der Parodie, der heute auch sprachlich eine andere Bedeutung hat, mit Blick auf Bachs kompositorische Praxis nicht abwertend auffassen. Was uns befremdlich erscheinen mag – die Verwendung "weltlicher" Musik für "geistliche" Zwecke –, war in der Bachzeit kein Stein des Anstoßes; man unterschied nicht zwischen solchen Spielarten von Freude und Lob. Das Eröffnungskonzert zur Bachwoche Stuttgart bietet die Möglichkeit, zwei der im Weihnachtsoratorium "parodierten" Kantaten in ihrer weltlichen Erstgestalt zu hören. Mit Martin Haselböck debütiert ein international renommierter Gastdirigent bei der Bachakademie, der als vielseitiger Interpret von barocker und klassischer Musik mit Spezialensembles ebenso wie mit Sinfonieorchestern gilt.