Gaechinger Cantorey

Detail des Originals der Truhenorgel aus Silbermanns Werkstatt (Foto hs)
Detail des Originals der Truhenorgel aus Silbermanns Werkstatt (Foto hs)

Mit der Saison 2016–17 beginnt eine neue Zeitrechnung für die Ensembles der Bachakademie, die ab sofort unter dem gemeinsamen Namen Gaechinger Cantorey auftreten werden. »Gaechinger Cantorey«, die historisierte Schreibweise des traditionsreichen Chornamens, meint sowohl den seit Hans-Christoph Rademanns Amtsantritt als Akademieleiter (2013) Schritt für Schritt reformierten Chor wie auch das dazu tretende, neu formierte Barockorchester der Bachakademie. Im 18. Jahrhundert, dem Zeitalter Johann Sebastian Bachs, wies der Begriff »Chor« nicht bloß in die heute übliche Richtung eines ausschließlich mit Sängern besetzten Ensembles. »Chor« konnte genauso gut für »Instrumentalchor«, ein Orchester also, stehen. Vor dem Hintergrund dieser Tradition fasste Bach 1730 in einer schriftlichen Eingabe an den Rat der Stadt Leipzig Sänger und Instrumentalisten unter dem Begriff einer »Wohlbestallten Kirchen-Music« zusammen und dachte laut über die musikalische Idealbesetzung nach, die seiner Meinung nach einem Kantor zur Verfügung zu stehen hatte. Dass in dieser Idealbesetzung die Instrumente des Orchesters mit den Stimmen der Chorsänger zu einem homogenen und zugleich durchsichtigen Gesamtklang verschmelzen sollten, war für den Thomaskantor selbstverständlich.

Heute erreicht man diese authentische Klangvorstellung nur durch die Verwendung von Barockinstrumenten, den Einsatz von in barocker Aufführungspraxis versierten Spielern sowie die Besetzung eines Chors mit Sängern, die gleichermaßen den Anforderungen eines »Ripienisten« (Ensemblesängers) wie eines »Concertisten« (Solisten) gewachsen sind.

Mit der Entscheidung für ein eigenes Barockorchester und einen nach aufführungspraktischen Kriterien zusammengestellten Chor schlägt die Bachakademie einen neuen Weg ein. Klangliches Fundament und zugleich internationales Alleinstellungsmerkmal dieses neuen Wegs ist der von der Bachakademie in Auftrag gegebene Nachbau einer originalen Truhenorgel aus der Orgelwerkstatt des legendären Bach-Zeitgenossen Gottfried Silbermann, die erst kürzlich im sächsischen Seerhausen entdeckt worden ist. Als originalgetreues Exponat barocker Klangvorstellungen verkörpert dieser Nachbau das ideelle Zentrum einer Bachakademie der Zukunft.

Unter dem gemeinsamen Namen Gaechinger Cantorey musizieren somit nun das neu gegründete Barockorchester und der reformierte Chor der Bachakademie. Basierend auf dem historischen Fundament der Bach-Zeit und mit Wurzeln in der lebendigen Aufführungsgeschichte des 1954 von Helmuth Rilling gegründeten Chors, steht dieser Name für den ganzheitlichen musikalischen Ansatz und das ästhetische Klangideal des Barock.

[Henning Bey]


Ensemble-Geschichte

Gächinger Kantorei Stuttgart (1954 bis 2016)

Bach-Collegium Stuttgart (1965 bis 2016)

Mediathek

Termine

Termine

Romantisches in Wiesbaden
14.07.2017 | Wiesbaden
Lutherkirche
Landeskirchenmusikfest Stuttgart
15.07.2017 | Stuttgart
Stadtkirche Bad Cannstatt
Europäische Wochen Passau
28.07.2017 | Niederalteich
Basilika St. Mauritius
Bachwoche Ansbach
29.07.2017 | Ansbach
Sankt Gumbertus
Bachwoche Ansbach
30.07.2017 | Ansbach
Sankt Gumbertus
facebook
Feedback